30 Jahre Freie Scholle Spareinrichtung

Wohnen zu fairen Preisen und attraktive Zinsen

„Mit den Spareinlagen unsere Sparer können wir die Wohnqualität in der Freien Scholle nachhaltig verbessern. Gleichzeitig sind die Spareinlagen unserer Sparer dadurch zukunftsweisend und vor allem krisensicher angelegt. Das sind zwei Vorteile in einem“, erklärte Vorstandsmitglied Michael Größlich der diesjährigen Vertreterversammlung in seinem Wirtschaftsbericht und zeigte damit zwei Vorteile des Scholle-Sparens auf. Weil die Spareinrichtung bei der Finanzierung der Bautätigkeit eine wichtige Rolle spiele, setze die Genossenschaft auf ein fortgesetztes moderates Wachstum der Spareinlagen. „Wir wollen deshalb auch in diesem Jahr dafür sorgen, dass das Sparen in der Freien Scholle attraktiv bleibt. Die Wirtschaftlichkeit der Spareinrichtung müssen wir dabei aber zu jeder Zeit im Blick behalten.“

Genau diese Kombination aus wirtschaftlichem Vorteil für die Mitglieder auf der einen Seite und konsequenter Beachtung der Wirtschaftlichkeit ist es, auf die sich das Vertrauen der Scholle-Sparer in ihre Spareinrichtung gründet. Dabei können sie sich darauf verlassen, dass ihre Spareinlagen zu ihrem eigenen Vorteil arbeiten, denn jeder Euro wird sicher und solide im eigenen Hausbesitz angelegt und hilft, die Wohnqualität nachhaltig zu verbessern.

Wiedereröffnung Spareinrichtung 1990
Großer Andrang bei der Eröffnung der Spareinrichtung im Juni 1990

Eine alte Idee, immer noch aktuell – ganz sicher

Als die Freie Scholle 1989 eine eigene Spareinrichtung gründete, war das bereits das zweite Mal in ihrer Geschichte. Damit griff sie eine alte Idee der Genossenschaften auf. Schon im 19. Jahrhundert hatten Genossenschaften eigene Spareinrichtungen gegründet, um sich auf diese Weise das Kapital für den Wohnungsbau zu beschaffen. Das war bei der Freien Scholle 1989 nicht anders.

Um der kontinuierlich steigenden Nachfrage der Mitglieder nach größeren und altengerechten Wohnungen mit moderner Ausstattung nachzukommen, benötigte die Genossenschaft zusätzliches Kapital. Öffentliche Mittel kamen dafür nicht in Frage. 1987 hatte die Freie Scholle die Modernisierung am Hartlager Weg gestoppt, weil sie die Konditionen für eine öffentliche Förderung nicht annehmen wollte. So hätte sich die Genossenschaft verpflichten müssen, die Nutzungsgebühren bis zum Jahr 2005 festzuschreiben. „Der Vorstand hält das wirtschaftliche Risiko, das mit der Inanspruchnahme der öffentlichen Förderung verbunden ist, für nicht vertretbar“, schrieb die Hauszeitung dazu.

Damit sie die Modernisierung fortsetzen konnte, eröffnete die Freie Scholle 1989 die Spareinrichtung. Die Mitglieder unterstützten das neu geschaffene Selbsthilfeinstrument von Beginn an, so dass die Spareinrichtung von Jahr zu Jahr mehr Mittel für die Bautätigkeit bereitstellen konnte.

So konnte die Genossenschaft Anfang der 1990er Jahre auch die Modernisierung der Siedlung Spindelstraße ins Auge fassen. Geplant waren umfassende Grundrissveränderungen für familiengerechtes Wohnen, die Sanierung der Bäder und der Anbau von Balkonen. Bei der Finanzierung half die Spareinrichtung. Ein ganz entscheidender Vorteil dabei: An Stelle teurer Kapitalmarktdarlehen konnte die Freue Scholle zinsgünstigere Spareinlagen zur Finanzierung der Modernisierung einsetzen. Den dadurch entstehenden Zinsvorteil gab sie in voller Höhe an die Mitglieder weiter. Das rechnete sich in Mark und Pfennig: Dank der Spareinrichtung fiel der Modernisierungszuschlag für eine Dreizimmerwohnung rund 65 Euro günstiger aus.

Die Verbesserung der Wohnqualität zu fairen Preisen war aber nur ein Aspekt, der das Sparen in der Freien Scholle für die Genossenschaftsmitglieder und deren Angehörige von Beginn an attraktiv machte. Da die Genossenschaft damals wie heute jeden Euro im eigenen Hausbesitz investiert, sind die Spareinlagen auch vor jeglicher Spekulation geschützt. Nicht erst seit der Bankenkrise im Jahr 2008 wissen die Scholle-Sparer diese Sicherheit für ihre Ersparnisse zu schätzen.


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Selbsthilfe, die funktioniert - damals wie heute

Bereits im März 1913 hatte die Generalversammlung der Freien Scholle die Gründung einer eigenen „Sparkasse“ beschlossen. Der Beschluss wurde jedoch nicht ausgeführt, da nach Erledigung der erforderlichen Formalitäten der Erste Weltkrieg ausbrach. Es dauerte dann bis 1928, ehe es zur ersten Gründung der genossenschaftseigenen „Sparkasse“ kam.

Die Zielsetzung, die der Vorstand im selben Jahr formulierte, liest sich nahezu genauso wie die der heutigen Spareinrichtung: „Unsere Mitglieder haben es jedoch selbst in der Hand, diesen Schwierigkeiten zu begegnen. Die eingerichtete Sparkasse gibt ihnen Gelegenheit, ihre Spargelder bei uns anzulegen, zur Stärkung der eigenen Mittel beizutragen und so die Genossenschaft vom Geldmarkt unabhängiger zu machen.“ Die Einforderung der genossenschaftlichen Selbsthilfe durch den Vorstand war der Zeit entsprechend allerdings klar und eindeutig. „Wir erwarten, dass die Mitglieder im neuen Geschäftsjahr, soweit es in ihren Kräften steht, ein Sparkonto anlegen“, hieß es im Geschäftsbericht dieses Jahres.

Trotz Weltwirtschaftskrise wuchsen die Spareinlagen bis 1933 kontinuierlich an. Nachdem die Nationalsozialisten aber gewaltsam die Geschäftsführung der Scholle an sich gerissen hatten, wurden sofort die meisten Spareinlagen abgehoben. Mit immer geringer werdenden Kassenbeständen bestand die Spareinrichtung noch einige Jahre fort, wurde dann aber wegen ihrer Bedeutungslosigkeit eingestellt. – Ein Beweis dafür, dass Geldanlage sehr viel mit Vertrauen zu tun hat.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Staat den sozialen Wohnungsbau in erheblichem Umfang mit finanzierte, war die Notwendigkeit einer Spareinrichtung nicht mehr in dem Ausmaß gegeben wie vor dem Krieg. Die Beseitigung der Wohnungsnot – und damit der Wohnungsneubau – war der absolute Tätigkeitsschwerpunkt aller Wohnungsbaugenossenschaften. Der Kapitalbedarf wurde durch großzügige Förderprogramme des Staates gedeckt, und es war erheblich wirtschaftlicher, mit öffentlichen Mitteln zu arbeiten und das Eigenkapital gering zu halten.

Erst als in den 1980er Jahren die Abnahme öffentlicher Mittel an Bedingungen geknüpft war, die für die Freie Scholle nicht mehr tragbar waren, zog sie sich aus dem öffentlich geförderten Wohnungsbau zurück. Weil ihre Mitglieder die neu gegründete Spareinrichtung aber von Beginn an unterstützten, konnte die Genossenschaft die Lücke in der Finanzierung ihrer Bautätigkeit schnell schließen. Damit ist die Geschichte der Spareinrichtung ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass genossenschaftliche Selbsthilfe damals wie heute funktioniert.

Aus der Geschäftspolitik der Freien Scholle ist die Spareinrichtung deshalb nicht mehr wegzudenken. Rund ein Drittel ihrer Modernisierungs- und Neubautätigkeit konnte die Freie Scholle in den vergangenen 30 Jahren mit ihrer Hilfe finanzieren. Umfassende Modernisierungen wie in der Spindelstraße, aber beispielsweise auch die Modernisierungsprogramme Heeper Fichten, Apfelstraße, Auf dem Langen Kampe oder Siebenbürger Straße gehören genauso dazu wie der Stadtumbau an der Albert-Schweitzer-Straße oder an der Allensteiner Straße.

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