Wirtschaftlich solide in die Zukunft

Freie Scholle will 21 Millionen Euro in den Bestand investieren

„Das Geschäftsjahr 2012 war für unsere Genossenschaft ein sehr erfolgreiches", erklären Kai Schwartz und Michael Größlich vom Vorstand der Baugenossenschaft Freie Scholle. Die Genossenschaft sei wirtschaftlich gut aufgestellt und habe alle Bauvorhaben wie geplant umsetzen können. Zudem verfüge sie weiterhin über eine starke Position am Bielefelder Wohnungsmarkt. Für das laufende Jahr kündigen beide die Fortsetzung der bisherigen Geschäftspolitik an.

Insgesamt schließt die Freie Scholle das Geschäftsjahr 2012 mit einem Jahresüberschuss von 1,1 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von 172.666.439,65 Euro ab. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg der Bilanz um 7,6 Millionen Euro. Außerdem verfügt die Genossenschaft trotz hoher Investitionstätigkeit weiterhin über eine sehr solide Eigenkapitalquote von 26,6 Prozent.

„Zurückzuführen ist das Wachstum der Bilanzsumme auf die hohen Investitionen in unseren Wohnungsbestand", sagt Größlich. So seien allein 8,8 Millionen Euro in den Stadtumbau an der Albert-Schweitzer-Straße und an der Allensteiner Straße geflossen. Weitere 5,4 Millionen habe man in die Modernisierung des Wohnungsbestandes investiert. Dabei standen die energetische Nachrüstung, der nachträgliche Anbau von Balkonen und die barrierefreie Erschließung von Wohnungen sowie die Umgestaltung der Außenanlagen im Mittelpunkt. Darüber hinaus verwendete die Freie Scholle 5,3 Millionen Euro für die Instandhaltung ihres Hausbesitzes.

Gleichzeitig habe die Genossenschaft auch ihr Dienstleistungsangebot weiter ausbauen können, berichtet Vorstandsvorsitzender Schwartz. So habe die Haus-Service-GmbH der Freien Scholle in dem mit 1.000 Wohnungen größten Siedlungsgebiet Auf dem Langen Kampe in allen Häusern die Reinigung der Gemeinschaftsflächen übernommen. Zurzeit läuft die Prüfung für ein weiteres Siedlungsgebiet. Die Impulse seien jeweils von den Mitgliedern ausgegangen.

„Alle Maßnahmen waren mit den gewählten Siedlungsräten abgestimmt", betont Schwartz. Dadurch sei sichergestellt, dass die Investitionen zur Zufriedenheit der Scholle-Mitglieder eingesetzt würden. Gleichzeitig werde das Produkt „Lebensgerechtes Wohnen in der Freien Scholle" so gestaltet, wie es die Nachfrage am Wohnungsmarkt erfordere. Zu beobachten sei, dass sich die Anforderungen an Wohnung, Wohnumfeld sowie an die wohnbegleitenden Dienstleistungen laufend weiterentwickeln. Ursache sei der demografische, gesellschaftliche und ökonomische Wandel. Schwartz: „Dank unserer genossenschaftlichen Strukturen können wir auf diese Veränderungsprozesse kurzfristig, flexibel und zielgerichtet reagieren."

Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 bestätigen das. So lag die Kündigungsquote mit 10,0 Prozent nur unwesentlich über der des Vorjahres von 9,7 Prozent. Noch einmal zurückgegangen ist der vermietungsbedingte Leerstand. Zum 31. Dezember standen lediglich 20 Wohnungen leer. Das entspricht einer Leerstandsquote von 0,4 Prozent gegenüber 0,9 Prozent im Vorjahr. Hier profitiere die Freie Scholle auch von der gestiegenen Nachfrage am Bielefelder Wohnungsmarkt, so Schwartz weiter.

Voraussetzung für die aktive Bautätigkeit sei die gute wirtschaftliche Verfassung, in der sich die Genossenschaft nach wie vor befinde, weist Größlich auf einen Grundsatz der genossenschaftlichen Geschäftspolitik hin. „Der weitere Rückgang der Mietausfälle in Verbindung mit einer moderaten Nutzungsgebührenerhöhung und die Fertigstellung weiterer Neubauwohnungen haben die Ertragslage deutlich verbessert. Nur deshalb können wir uns die Bautätigkeit in diesem Umfang leisten." Allein in den letzten drei Jahren habe die Freie Scholle 53 Millionen Euro in ihren Hausbesitz investiert. Im laufenden Geschäftsjahr sollen noch einmal 21,1 Millionen Euro in die Verbesserung der Wohnqualität und den bestandsersetzenden Neubau fließen. „Das ist Geld, das in der Region bleibt und Arbeitsplätze schafft", betont Größlich.

So käme der Stadtumbau an der Albert-Schweitzer- und Allensteiner Straße weiter voran. Insgesamt entstehen hier 101 barrierefreie Wohnungen sowie rund 2.000 m² Gewerbefläche. Darüber hinaus werde die Freie Scholle in diesem Jahr unter anderem die Modernisierung ihrer ältesten Siedlung Am Niedermühlenhof abschließen und die „Zukunftswerkstatt Wohnen" zur Umstrukturierung der Siedlung Auf dem Langen Kampe fortsetzen. Außerdem laufe das Instandhaltungsprogramm mit einem Etat von 4,4 Millionen Euro auf hohem Niveau weiter.

Die Perspektiven am Bielefelder Wohnungsmarkt sehen Schwartz und Größlich optimistisch. So habe sich die Stadt trotz der sehr schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt und mit dem Konzept moBiel 2030 und dem Bau des Campus zukunftsweisende Projekte angestoßen, von denen die gesamte Stadt profitieren werde. „Vor diesem Szenario geht es mittelfristig darum, für jede unserer Siedlungen eine Zukunftsperspektive zu entwickeln", blicken Schwartz und Größlich nach vorne. In der Freien Scholle geschehe das nur in enger Abstimmung mit den Mitgliedern, denn sie sind nicht nur Kunden, sondern die Gemeinschaftseigentümer der Genossenschaft.


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