Vorstellungen über Wohnen und Nachbarschaften bei verschiedenen Altersgruppen stark ausdifferenziert:

Institut für Pflegewissenschaften und Freie Scholle zeigen Potenziale von Wohnungsbaugenossenschaften auf

Angesichts der Wirtschaftskrise, des demografischen Wandels und des Rückzug des Staates bleiben die Themen Wohnen und Nachbarschaft höchst aktuell für die Zukunftsentwicklung der Bundesrepublik.

Welche Vorstellungen und Bedürfnisse verschiedene Altersgruppen diesbezüglich tatsächlich haben, analysieren Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und seine Kollegen der Universität Bielefeld in einem neu erschienen Buch des Vereins Wohnen in Genossenschaften e.V. Die Co-Autoren Bernhard Koppmann und Michael Seibt, beide von der Baugenossenschaft Freie Scholle eG Bielefeld, gehen zusätzlich aus praxisorientierter Sicht der Frage nach, welchen Wert Nachbarschaften für die Menschen vor Ort und die Gesellschaft als Ganzes haben. Außerdem zeigen sie auf, welchen Veränderungen sich Wohnungsbaugenossenschaften stellen müssen, damit sie weiterhin ihre Potenziale voll ausschöpfen können.

Das Handbuch ‚Leben in Nachbarschaften II’ verdeutlicht nicht nur, dass unterschiedliche Altersgruppen teilweise sehr differenziert über ausgewählte Aspekte des Wohnens denken. Vielmehr werden auch Wege herausgearbeitet, wie sich diese unterschiedlichen Interessen zukunftsweisend und gewinnbringend verknüpfen lassen. „Obwohl verschiedene Altersgruppen divergierende Ansprüche stellen, waren wir erstaunt, dass eine breite Zustimmung zu einem Zusammenleben alter und junger Menschen vorliegt“, sagt Andreas Büscher von der Universität Bielefeld. Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, der ebenfalls Verfasser der Shell-Jugendstudie ist, erläutert welche Bedingungen junge Menschen hierfür jedoch an ihre Nachbarschaften knüpfen: „Die Untersuchung zeigt deutlich, dass sich gerade jüngere Menschen noch nicht festlegen wollen, was Nachbarschaft und Wohnform angeht. Es ist deswegen wichtig, ihnen Individualität und Flexibilität zuzugestehen.“

„Genau hier muss genossenschaftliches Wohnen ansetzen, damit wir weiterhin die Wünsche und Bedürfnisse treffen, die für die jüngere Generation im Vordergrund steht“, sagt Bernhard Koppmann, Vorstandsvorsitzender des Vereins und der Freien Scholle. Insbesondere der Wunsch nach individueller Gestaltung der eigenen Wohnung wird in dieser Generation häufig geäußert. Weitere Merkmale die bei der Entscheidung für eine Wohnung ausschlaggebend sind, sind eine gute technische Ausstattung und ein reichhaltiges Umfeldangebot. „Das sind lösbare Aufgaben, die aber jetzt angegangen werden müssen, wenn die genossenschaftliche Wohnform nicht in Kontrast zur Grundmentalität der jungen Generation geraten soll“, so Koppmann weiter. Dank der Studie wissen Genossenschaften nun noch genauer, wo die Schwerpunkte für eine zukunftsweisende Geschäftspolitik zu setzen seien. Damit können die Genossenschaften weiterhin das volle Potenzial am Wohnungsmarkt ausschöpfen.

Michael Seibt von der Baugenossenschaft Freie Scholle Bielefeld hebt die Bedeutung der Studie ‚Leben in Nachbarschaften II’ hervor: „Erfreulicherweise profitieren nahezu alle Bevölkerungsgruppen vom Wohnen in Genossenschaften. Doch der demografische Wandel, der wirtschaftliche Umbruch und die gesellschaftlichen Veränderungen stellen die Menschen vor große Herausforderungen. Gut funktionierende Nachbarschaften können hier wichtige Hilfe und Orientierung sein. Um am Puls der Zeit zu bleiben, müssen auch Genossenschaften genau hinschauen, welche Anforderungen an das Wohnen in Nachbarschaften gestellt werden. Das haben wir mit dieser empirischen Studie gemacht!“ Seibt erläutert weitert: „Ziel der Untersuchung ist es nicht nur, den Mehrwert deutlich zu machen, den Genossenschaften für Nachbarschaften bieten. Vielmehr soll die Studie auch Diskussionen über diese wichtige Thematik anzustoßen.“

Zu beziehen ist das Handbuch ‚Leben in Nachbarschaften II’ zum Preis von 9,50 € beim Verein Wohnen in Genossenschaften e.V., Steinfurter Straße 60a, 48149 Münster, www.wohnen-in-genossenschaften.de.


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