Straßen-Wiki: Warum heißt die „Klarhorststraße“ Klarhorststraße?

Zwischen Sudbrack- und Apfelstraße gelegen befinden sich in der Klarhorststraße 23 Scholle-Wohnungen, die im Jahr 1938 bezugsfertig wurden. Aber woher hat die Straße ihren Namen?

Zurück geht der Name auf den Maurermeister Wilhelm Klarhorst. Dieser wurde 1854 als Sohn eines Leinewebers in Lämershagen geboren. Bereits 1871, nach seiner Schul- und Gesellenzeit, wurde er in Bielefeld als Maurerpolier angestellt. Nur zehn Jahre später machte er sich selbstständig und gründete sein eigenes Baugeschäft in der Brunnenstraße. Hilfe bekam er dabei von einem Kaufmann. Daraus entwickelte sich ein sehr bedeutendes Unternehmen in der Region. Die Firma beteiligte sich beispielsweise am Bau des Stadttheaters, der Synagoge, der Johanniskirche, der Ravensberger Spinnerei, des Hauptbahnhofs oder des Landgerichtes.

Im Jahr 1899 gelangte Wilhelm Klarhorst in den Besitz des Meierhofes bzw. Sudbrack-Hofes und zahlte einen für die damalige Zeit hohen Kaufpreis von 925.000 Mark. Das Grundstück umfasste ca. 1.000 m². In direkter Nähe zum Hof errichtete er 1904/1905 eine Ziegelei und nutzte das Hofgelände als Lagerfläche. Die Ziegelei produzierte bis zu 5 Millionen Ziegelsteine jährlich. Klarhorst beschäftigte über 1.000 Maurer und insgesamt ca. 2.000 Personen. Für seine Mitarbeiter errichtete er zwischen 1899 und 1926 zahlreiche Wohnhäuser.

Mit seinem Schaffen prägte Wilhelm Klarhorst einen ganzen Stadtteil. So erhielt beispielsweise die Henriettenstraße den Vornamen seiner Frau.

Nach dem Tod von Wilhelm Klarhorst wurde das Baugeschäft zunächst von seinem Sohn und anschließend von seiner Tochter, Viktoria Steinbiß, weitergeführt. Diese wandelte das Baugeschäft in die noch heute bestehende „Baugesellschaft Sudbrack“ um.


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