Die Scholle-Nachrichten im Überblick
Symposium „Perspektiven für Wohnungsgenossenschaften“:
Genossenschaft zwischen Tradition und Moderne
Wir wollten in unserem Jubiläumsjahr auch die Gelegenheit zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem genossenschaftlichen Wohnen geben. Deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass das Institut für Genossenschaftswesen sein 18. Symposium nicht wie gewohnt in Münster, sondern in Bielefeld abgehalten hat", blickt der Vorstandsvorsitzende der Freien Scholle Bernhard Koppmann auf eine gelungene Veranstaltung im Oktober in der Ravensberger Spinnerei zurück.
Unter dem Titel „Genossen-schaften zwischen Tradition und Moderne" zeigte das Symposium, dass die genossenschaftlichen Grundprinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung nichts an ihrer Aktualität eingebüßt haben. Vielmehr bestätigte auch der Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen Alexander Rychter: „In einer Zeit mit täglichen neuen Krisenbotschaften ist es wichtig, dass die Menschen auf Stabilität und Sicherheit gucken können. Dafür stehen Genossenschaften." Nicht kurzfristige Renditen seien deren Ziel, sondern die Erfüllung des genossenschaftlichen Förderauftrags als eine dauerhafte Verpflichtung.
Dem stimmte auch Prof. Theresia Theurl, Leiterin des Münsteraner Instituts für Genossenschaftswesen, zu. Sie betonte allerdings, dass sich der bisherige Erfolg der Genossenschaften nicht ohne weiteres in die Zukunft transferieren ließe. Gerade in dem immer härter werdenden Wettbewerb müsse jede Genossenschaft sich den Erfolg erarbeiten.
Aufgrund ihrer Unternehmensstruktur verfügen Genossenschaften aber über die Stärke, langfristig zu planen und gleichzeitig flexibel auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. „Ein Vorteil, der angesichts der ständig neuen Herausforderungen von großer Bedeutung", so Theurl.
Dass die konsequente Anwendung der genossenschaftlichen Werte den Unternehmenserfolg stärkt, zeigten die zahlreichen Praxisbeispiele. Insbesondere die Möglichkeit, die Mitglieder in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbinden zu können und damit das Wohnen ebenso ziel- wie marktgerecht zu gestalten, zog sich wie ein roter Faden durch die Beiträge.