Straßennamen-Wiki

Wer war eigentlich der Namensgeber der Julius-Leber-Straße in der Scholle-Siedlung Bültmannshof?

Am 16. November 1891 wurde Julius Leber – deutscher SPD-Politiker und Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten – in Biesheim im Elsass als unehelicher Sohn von Katharina Schubetzer geboren. Der spätere Ehemann der Mutter, Johann Baptist Leber, gab ihm nach der Adoption seinen Nachnamen.

Bereits in jungen Jahren trat Julius Leber der SPD bei. Nach bestandenem Abitur studierte er 1913 Nationalökonomie und Geschichte in Straßburg und Freiburg. 1914 meldete sich Leber freiwillig zum Kriegsdienst. Nach anschließendem weiteren Studium wurde er an der Universität Freiburg zum Dr. rer. pol. promoviert. Später, als Chefredakteur des sozialdemokratischen „Lübecker Volksboten“ setzte er sich als aktiver Politiker für die Weimarer Republik ein.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Leber inhaftiert und kam als „gefährlicher Gegner des Regimes“ in die Konzentrationslager nach Esterwegen und später nach Sachsenhausen. Nach seiner Entlassung im Jahr 1937 beteiligte er sich – getarnt als Kohlenhändler – an einer Widerstandsgruppe von SPD-Mitgliedern. Leber setzte sich für eine breite Widerstandsbewegung ein und forderte einen radikalen Neubeginn. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und am 20. Oktober des selben Jahres zum Tode verurteilt. Trotz schwerer Misshandlungen und Verhöre gab er kein Geständnis. Am 5. Januar 1945 wurde Leber in Berlin- Plötzensee hingerichtet.


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